Es gibt wohl
wenige Vereinigungen im Lande Salzburg, die mit Stolz auf
eine Tradition zurückblicken können, die in den
alten Chroniken bereits 1425 erwähnt werden. Aber gerade
diese Sportart hat eine besonders wechselvolle Geschichte
aufzuweisen. Die Stürme der Zeit sind an ihr nicht spurlos
vorbeigegegangen. Nicht immer war es möglich, das Schießen
nur als Sport zu betreiben. Nach Kardinal-Erzbischof Max Gandolph
Graf Kuenberg, der für das Schützenwesen sehr viel
getan hat, folgte Erzbischof Johann Graf Ernst Thun 1687 in
die Regierung, während der spanische Erbfolgekrieg in
den Nachbarländern Bayern und Tirol entbrannte. Um die
Neutralität des eigenen Landes zu wahren wurden alle
Feuerschützen des Landes zur eventuellen Landesverteidigung
einberufen und ihnen ein täglicher Sold von 9 Kronen
durch 3 Jahre verabreicht. Am 12. Spetember 1810 verlieh Napoleon
das Land Salzburg an die Krone von Bayern und es wurde von
der neuen Regierung dem Schießsport keine Sympathie
zuteil. Aber bereits am 1. Mai 1816 kam Salzburg wieder zu
Österreich und es wurde bereits im gleichen Jahr ein
ein großes Festschießen, das neun Tage dauerte,
veranstaltet.
Dem Beispiel des priv. Landeshauptschießstand
folgend, der als Verein bereits 1425 gegründet wurde,
schlossen sich dann Badgastein, Hallein ( 1502 ), Golling
( 1591 ) und andere Vereine an.
Der Salzburger Landesschützenverband
wurde im Jahr 1901 gegründet und das Land Salzburg konnte
1913 auf mehr als 34 Schützenvereine mit eigenen Schießstätten
hinweisen. In den folgenden Jahren, hauptsächlich während
des 2. Weltkrieges, wurde in der Stadt Salzburg und ihrer
Umgebung an vielen kleinen, improvisierten Schießstätten
vor allem Wehrertüchtigung betrieben. Nach dem Einmarsch
der amerikanischen Besatzungstruppen wurden sämtliche
Waffen beschlagnahmt und damit natürlich auch jeglicher
Schießbetrieb stillgelegt. Doch schon 1947 gelang es,
das Schießwesen wieder in Anlauf zu bringen. Das dies
möglich wurde ist im besonderen der Tatkraft und zähen
Energie des Oberschützenmeisters Ing. Josef Ausweger
und seinem Schützenrat zu danken.
Vorerst wird der Schießbetrieb
mit der Armbrust in St. Johann wieder aufgenommen. Auch die
anderen Vereine begannen nach und nach, wieder den geliebten
Schießsport auszuüben. Selbstverständlich
war der Beginn nach dem Kriege mit großen Schwierigkeiten
verbunden. Es gab fast keine Gewehre mehr, die zum Schießen
benötigte Munition konnte nur sehr schwer aufgetrieben
werden. Dazu kam, daß viele Schießstände
nicht mehr benutzbar waren, oder bedingt durch das sprunghafte
Ansteigen der Bevölkerungszahl und der damit verbundenen
baulichen Ausbreitungen der Gemeinden und Städte, weichen
mußten.
Wenn man heute nochmals einen
Rückblick macht und sich ein wenig mit den Menschen befaßt,
die diesen Sport betreiben, dann muß man feststellen,
daß sich auch hier sehr viel verändert hat. War
es früher ein Privileg der gehobenen Mittelschicht der
Bevölkerung, die sich diesem Sport zuwandte und sich
auch leisten konnte, so hat sich dies seit 1950 grundlegend
geändert. Durch den Bau von automatischen Schießständen,
die eine Bezahlung von Zielern überflüssig machten,
wurden die Standmieten ganz erheblich gesenkt. Ganz populär
aber konnte erst das Sportschießen durch die internationale
Einführung der Luftdruckwaffen gemacht werden. Das Zimmergewehrschießen
nahm seinen Aufschwung, da leichter Räume für die
10m Distanz gefunden werden konnten.
Mit dieser Schießdisziplin
konnten dann die ersten internationalen Erfolge erzielt werden
und es wurde damit der Grundstein für die Leistungssteigerung
mit anderen Waffen, Kleinkalibergewehr und Feuerpistole gelegt.
Es folgten in den Jahren bis
heute viele internationale und nationale Erfolge von Salzburger
Schützen und Schützinnen.
Schütze Heil !
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